Ich bin gerade zurück in Deutschland nach fünf wunderbaren Monaten in einem wunderbaren Land. Ich habe so vieles von diesem tollen Land gesehen und trotzdem das Gefühl, dass es immernoch so vieles mehr zu sehen gibt. Ich habe großartige Erfahrungen gemacht und manche der besten Menschen, die ich jemals getroffen habe, kennengelernt.
Ich fange mal von vorne an – Ich bin in Melbourne gelandet, komplett orientierungslos, ohne genau zu wissen, was ich als nächstes machen soll und wie ich einen Job finden soll. Also entschieden Tobi und ich die Jobsuche zu unterbrechen und erstmal zu reisen.
Also sind wir zusammen mit Gisi nach Tasmanien geflogen, haben einen Campervan gemietet und die schöne Insel erkundet. Im Anschluss sind wir von Melbourne auf der Great Ocean Road bis Adelaide in einem verdammt kleinen Auto gefahren, in dem wir zu dritt geschlafen haben, um Geld zu sparen.
Tobi und ich wollten in Adelaide einen zweiten Versuch starten einen Job zu finden. Jedoch gefiel mir die Stadt und das Wetter nicht wirklich, so dass ich entschied, mich von Tobi zu trennen und mit Gisi nach Perth zu gehen. Keine Sorge, wir haben uns immernoch gern.
Gisi und ich hatten einen furchtbaren Trip mit einem anderen Deutschen nach Perth, so dass wir uns entschieden, uns für die Westküste eine andere Reisegruppe zu suchen. Wir fanden relativ schnell eine Gruppe verrückter, wunderbarer Franzosen, mit denen wir reisen konnten. Also ging es los – mit drei Autos, elf Leuten, vier Zelten und jeder Menge Spaß!
Ich habe diesen Trip wirklich sehr genossen! Ich hatte die Möglichkeit einen Delfin in Monkey Mia zu füttern und mit einem riesigen Walhai in Exmouth zu schnorcheln. Das war echt toll!
Und dann geschah das Unvorstellbare: Wir hatten einen schweren Autounfall mitten im Nirgendwo. Ich bin aufgewacht in Schotter und Rauch ohne zu wissen, wie das passiert ist. Das war der schlimmste und beängstigenste Moment meiner Reise. Ich wusste nicht, was gerade passiert ist und was als nächstes mit mir passieren wird mit meinem schmerzenden Bein und meiner blutenden Stirn. Wir mussten eine Stunde auf den Rettungswagen warten, der uns dann in das nächste Krankenhaus gebracht hat, wo die Ärzte entschieden, Malik, Gisi und mich nach Perth zu fliegen. Danke an den Royal Flying Doctors Service. Also landeten wir am nächsten Morgen in Perth total platt. Ich war für fünf Tage im Krankenhaus and hatte danach immer noch einige Termine dort und habe jeden Tag Malik besucht, so dass das Krankenhaus zu dieser Zeit wie ein zweites zu Hause für mich wurde, was nicht so schön war.
Nachdem ich einen Monat in Perth gewartet habe, dass mit meinem Knie irgendetwas gemacht wird, aber ich immer noch nicht erfahren habe, was damit ist, habe ich mich entschlossen, Perth zu verlassen und nach Darwin zu gehen. Ich weiß immernoch nicht, wie ich allen genug danken kann, die geholfen haben, mich zu retten und mich in dieser harten Zeit unterstützt haben. Ihr habt das echt gut gemacht! Auf jeden Fall hat mich diese ganze Erfahrung nur stärker gemacht.
Also landete ich in Darwin in einem wirklich guten Hostel mit super Frühstück und einem Swimming Pool. Nach der anstrengenden Zeit in Perth war ich glücklich, einfach den ganzen Tag am Swimming Pool zu entspannen. In diesem Hostel habe ich sogar noch mehr wunderbare Menschen kennengelernt, mit denen ich zweimal gemeinsam zum Kakadu Nationalpark und einmal zum Litchfield Nationalpark gereist bin. Der Trip mit der Jurassic Park Crew war der Beste! Und wir haben sogar springende Krokodile gesehen, was gleichzeitig beängstigend und aufregend war. Ich habe meine Zeit in Darwin in dem guten Hostel mit super Leuten echt genossen und mich wie zu Hause gefühlt.
Nach einigen Wochen bin ich gemeinsam mit Lisa auf der Mulgas Adventures Tour nach Alice Springs, zum Uluru, zu den Kata Tjutas und zum Kings Canyon gefahren. Der Trip war Wahnsinn! Diese drei wunderbaren Teile des Landes zu besuchen war unglaublich und ich habe es wirklich genossen. Auch wenn ich mich nachts in den Swags mit meinem schlechten Schlafsack beinahe zu Tode gefroren habe, war es unglaublich direkt unter diesem leuchtenden Sternenhimmel zu schlafen. Außerdem waren die Führer des Trips sehr nett und lustig und das Essen war super!
Von Alice Springs aus bin ich dann nach Brisbane an die Ostküste geflogen. Dort habe ich das erste Mal in einem 20er-Zimmer geschlafen! Allerdings war es nicht so schlimm, wie es sich anhört und das Hostel war echt ganz gut. Ich habe noch mehr nette Menschen getroffen, mit denen ich Brisbane für einige Tage erkunden konnte.
Schließlich war der 23. Juni und mein Freund Flo ist in Brisbane angekommen. Als ich zum Flughafen gefahren bin, war ich so aufgeregt und musste trotzdem noch recht lange auf ihn warten, was es nicht besser gemacht hat.
Wir haben uns gemeinsam ein Auto gemietet und sind damit den ganzen Weg von Brisbane nach Cairns und zurück in 19 Tagen gefahren. Hört sich unglaublich an, aber wir haben es geschafft und trotzdem noch die besten Teile der Ostküste gesehen.
Wir haben einen Trip auf Fraser Island in einem Geländewagen gemacht, was mir zu dem Zeitpunkt noch zu viel Angst gemacht hat, aber trotzdem eine coole Erfahrung war. Wir waren an dem feinsten und weißesten Strand der Welt auf Whitsunday Island und hatten einen großartigen Segeltrip mit netten Leuten. Wir haben viele Koalas, Kangaroos und nochmal springende Krokodile gesehen. Wir haben Wasserfälle, tolle Nationalparks und menschenleere Strände besucht.
Nachdem Flo zurück nach Deutschland geflogen ist, habe ich den Greyhound-Bus von Brisbane nach Surfers Paradise und Byron Bay genommen, wo ich ein paar schöne Tage verbracht habe. Schließlich bin ich in Sydney angekommen und habe auch die Blue Mountains besucht.
Ich möchte wirklich keine dieser großartigen Erfahrungen, die ich in Australien gemacht habe missen. Danke an die wunderbaren Menschen, die ich getroffen habe, ich werde euch sehr vermissen und hoffe, dass wir uns irgendwo in dieser kleinen Welt noch einmal begegnen.
