Saigon/Ho-Chi-Minh-City

Saigon oder auch bekannt als Ho-Chi-Minh-City hat 8,2 Millionen Einwohner und eine Fläche von 2100 qkm. Somit ist es die größte Stadt und das wirtschaftliche Zentrum Vietnams. Saigon bedeutet übrigens auch „ein Ort, der zum Handeln geeignet ist“. Dementsprechend ist in Saigon aber auch immer viel Verkehr, viel Stau und dadurch auch viel Smog. Der erste Eindruck war dadurch erstmal ähnlich wie in Bangkok – viele Menschen, viel Verkehr, hektisch, versmogt. Auf den zweiten Blick gefällt mir Saigon aber richtig gut. Es ist insgesamt viel westlicher als Bangkok. Es gibt viele schöne Geschäfte, Restaurants, Cafés und Bars. Kulinarisch kommt man hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Das vietnamesische Essen ist ein Traum, ich könnte hier den ganzen Tag nur essen. Es gibt auch viel mehr vegetarisches Essen als in den anderen Städten bisher. Neben dem vietnamesischen Essen gibt es auch für jeden anderen Geschmack genügend gute Restaurants. Dazu ist Vietnam auch noch total günstig. Nicht nur das Essen, sondern auch das Reisen.

Neben dem guten Essen gibt es hier auch viel mehr Parks als in Bangkok, was die Stadt auf jeden Fall wesentlich schöner und grüner macht. In diesen Parks gibt’s dann zusätzlich noch unterschiedliche Sport- und Fitnesscenter, was mir natürlich besonders gut gefallen hat. Außerdem ist Saigon wesentlich sauberer und gepflegter als Bangkok.

Den ersten Tag in Saigon habe ich einfach damit verbracht ein bisschen durch die Stadt und über die Märkte zu schlendern, meine weitere Reise zu planen und abends war ich noch auf dem höchsten Gebäude der Stadt einen Cocktail trinken. Der Ausblick war echt der Wahnsinn – da sieht man erstmal wie riesig Saigon ist.

Für den zweiten Tag hatte ich dann eine Tour zu den Cu Chi Tunneln vormittags und durch Saigon nachmittags gebucht (Für umgerechnet etwas mehr als 5 Euro insgesamt). Nachmittags in Saigon haben wir dann das Kriegsrestemuseum, den Wiedervereinigungspalast, das Zentralpostamt und die Notre Dame von Saigon besichtigt.

Die Cu Chi Tunnel

Um ein bisschen mehr über die Geschichte und Kultur Saigons zu erfahren, habe ich am zweiten Tag eine Tour zu den Cu Chi Tunneln gebucht.

Die Cu Chi Tunnel liegen ca. 70 km von Saigon entfernt. Die ersten Tunnel entstanden hier 1948 im Krieg gegen Frankreich. Als 1960 die USA Truppen nach Vietnam schickten, fing die Vietcong an das Tunnelsystem auszubauen, bis es schließlich auf eine Gesamtlänge von ca. 200 Kilometern auf drei Ebenen mit einer Tiefe von 3, 6 und 10 Metern ausgedehnt war. Die erste Ebene diente den Soldaten zum Angriff der US-Truppen, die zweite Ebene diente als Unterschlupf und die dritte Ebene beherbergte Krankenhäuser für die verletzten Soldaten. Das ganze Leben der Soldaten und ihrer Familie spielte sich also in diesen Tunneln ab. Die Eingänge der Tunnel waren getarnte Klapptüren, die durch unterschiedliche Fallen gesichert waren. Zahlreiche Versuche die Anlage zu sprengen oder die Menschen durch Gas zu töten blieben erfolglos. Eine Sprengung durch eine B52 Bombe seht ihr auch auf den Fotos unten. Es gelang den Amerikanern jedoch lediglich die Oberfläche zu zerstören, bis zu den Tunneln konnten sie nicht vordringen. Zudem waren die Tunnel nur 80 cm hoch und 60 cm breit, um es den größeren und stämmigeren Amerikanern schwer bis unmöglich zu machen, die Tunnel zu betreten. Ich bin auch durch einen 40 m langen Tunnel „gelaufen“ – Platzangst sollte man hier nicht haben. Also wirklich sehr beeindruckend, was die Vietnamesen hier mit wenigen Mitteln auf die Beine gestellt haben.

Nachmittags war ich dann noch im Kriegsrestemuseum. Ähnlich wie schon im Tuol Sleng Museum in Phnom Penh waren auch hier zahlreiche Fotos mit den Kriegsopfern zu sehen. Außerdem wurde viel Information zu den Rahmenbedingungen des Krieges gegeben. Extrem fand ich, dass der Vietnamkrieg 17 Jahren gedauert hat, dass er doppelt so viele Kosten wie der gesamte zweite Weltkrieg verursacht hat und dass dreimal so viele Bomben abgefeuert wurden, wo von ein großer Teil Atombomben waren. Die Bilder der Opfer von Atombomben fand ich besonders bewegend und erschreckend. Und tatsächlich sieht man noch viele der Opfer auch auf den Straßen Vietnams. Fotos habe ich auch hier aus Respekt vor den Opfern nicht gemacht.

Hinterlasse einen Kommentar

search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close