Johannesburg ist eine relativ junge Stadt, denn sie wurde erst 1886, als hier Gold entdeckt wurde, gegründet. Die Stadt hat an sich eine ungünstige Lage, mitten im Inland ohne Zugang zum Meer oder zu einem Fluss. Sie ist nur aufgrund des Goldfundes entstanden, denn das Gold schuf viele Arbeitsplätze. Es führte allerdings auch unter anderem zur Rassentrennung und sozialen Ungerechtigkeit zwischen der schwarzen einheimischen Bevölkerung sowie den weißen ausländischen Einsiedlern. In Südafrika wurde diese Ungleichheit „Apartheid“ genannt. Die Schwarzen wurden von den Weißen unter anderem aus der Innenstadt in die umliegenden Bereiche ausgesiedelt. Auch heute noch ist Johannesburg eine multikulturelle Stadt und auch heute noch ist die soziale Ungleichheit zwischen den „reichen weiß-geprägten Vorstädten“ und den „schwarz-geprägten ärmlichen Slums“ deutlich sichtbar.
Für einen Tag haben wir eine Hop-on-Hop-off-Tour gebucht sowie eine Soweto-Tour. Soweto ist die Kurzform für South West Township. Das ist einer der Stadtteile, in dem die Einheimischen zu Zeiten der Apartheid „abgeschoben“ wurden. Der Stadtteil ist immer noch stark von Armut geprägt. Trotzdem sind die Menschen hier sehr freundlich, offen und wirken glücklich. Meistens sind ja die Menschen die glücklichsten, die am wenigsten besitzen. Einfach weil sie mit weniger zufrieden sind und nicht so hohe Ansprüche haben. Die Tagestour hat uns auf jeden Fall einen guten Gesamteindruck der Stadt mit seinen vielen unterschiedlichen Facetten geboten.
Und obwohl wir vorher vor der Kriminalität in Johannesburg und insgesamt Südafrika gewarnt wurden, haben wir uns zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt und waren auch insgesamt von der Stadt positiv überrascht.








